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Das Abprallen von Geschossen aus forensischer Sicht

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Thesis von Beat P. Kneubuehl (geschrieben in deutscher Sprache)
Direction: Prof. Dr. Pierre Margot
Institut de Police Scientifique et de Criminologie (IPSC), Université de Lausanne
Bâtiment de Chimie, CH-1015 Lausanne-Dorigny, Schweiz
Série criminalistique XIII, ISBN 2-940098-15-8

Das Abprallen von Geschossen gehört in physikalischer Hinsicht zu den Stoßproblemen. Da die Lehrbücher der Physik zu diesem Thema kaum mehr als die elementarsten Grundlagen vermitteln, wird die vorliegende Arbeit mit einem Kapitel über die physikalischen Grundlagen eingeleitet, in dem die Stoßgesetze ausführlich dargestellt sind.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden alle Geschosse aus Hand- und Faustfeuerwaffen drallstabilisiert verschossen. Physikalisch betrachtet verhalten sie sich demnach wie schwere, symmetrische Kreisel. Der Abprallvorgang und vor allem auch die Bahn des abgeprallten Geschosses werden dadurch wesentlich beeinflußt. Den physikalischen Grundlagen wurde deshalb ein kurzer Abriss über die Kreiselbewegung angefügt.

Das darauffolgende Kapitel behandelt den Prellschuss theoretisch, wobei das Geschoss zunächst als Massenpunkt betrachtet wird. Die Theorie des Prellschusses an Prellobjekten großer Masse wird auf der Basis der Stoßgleichungen entwickelt. Sie gestattet, das Abprallen durch zwei dimensionslose Zahlen zu charakterisieren. Anschließend werden Beziehungen hergeleitet, die das Ablenken von Geschossen an leichten Objekten beschreiben. In einem nächsten Schritt wird das Geschoss als starrer Körper aufgefasst und untersucht, welche Folgen dies für den Prellvorgang hat. Insbesondere gelingt eine Schätzung, die angibt, bis zu welchem Auftreffwinkel Geschosse stabil weiterfliegen können.

Der erste Teil der experimentellen Untersuchungen befasst sich mit den Ergebnissen, die im Rahmen einer umfassenden Versuchsreihe über das Abprallverhalten von Faustfeuerwaffengeschossen erarbeiten wurden. Im Winkelbereich zwischen 2.5° und 25° wurden neun verschiedene Geschosse gegen neun verschiedene Prellkörpern geschossen und dabei Auftreff- und Abgangswinkel und - soweit möglich - die Abgangsgeschwindigkeit gemessen.

Der zweite Teil der experimentellen Untersuchungen gibt einen Überblick über die Beiträge, die im Verlauf des 20. Jh. in Fachzeitschriften und Berichten zu diesem Thema publiziert worden sind. Soweit möglich, werden die Resultate verschiedener Autoren miteinander verglichen und zur Überprüfung der Theorie verwendet.

Das nächste Kapitel gibt Hinweise zur Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse. Einerseits betrifft dies die Rekonstruktion von Flugbahnen abgeprallter Geschosse, andererseits aber auch deren Wirksamkeit und Gefährlichkeit.


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